Vermittlung digitaler Kultur im Web2.0

Liebe Leser,

heute möchte ich ein paar Gedanken zur Vermittlung digitaler Inhalte im Web 2.0 zur Diskussion stellen. Mir geht es dabei um die Frage, wie wir die Inhalte vermitteln, die entweder im Netz erstellt oder im Netz präsentiert zu werden – ohne das es dabei kooperierende Kulturinstitutionen gibt.

Was meine ich konkret?
Nehmen wir das Beispiel Video. Auf Plattformen wir Youtube kann jeder User eigene Videos hochladen und diese damit der gesamten Community zur Verfügung stellen. Der reine technische Zugang ist damit ermöglicht worden. Man kann auf die Videos z.B. via Twitter hinweisen, man kann sie in Webseiten, Blogs und Communitys einbinden etc. Dies wird m.E. bis jetzt nicht von professionellen Kulturvermittlern genutzt bzw. getan. Die Frage die sich mir nun stellt ist die, was dies für die Zukunft der Kulturvermittlung bedeutet?

Schauen wir nun auf die Bibliotheken. Für sie stellt sich die Frage, wie sie mit Inhalten/Informationen/Daten umgehen, die nicht mehr bei ihnen verortet sind. Oder als Frage ausgedrückt: Kann es sein, dass zum Bestand von Bibliotheken letztlich das gesamte Internet gehört? Und wenn ja, wie sollen sie damit umgehen?

Wenn Kulturvermittlung bedeutet, Menschen mit unterschiedlichen kulturellen Inhalten zusammen zu bringen, brauchen wir dann nicht Kulturvermittler, die dies auch ausschließlich mit dem Internet bzw. mit den Onlineinhalten tun? Oder können das die vorhandenen Institutionen leisten? Oder braucht die Community gar keine Kulturvermittler denn die vorhandenen Strukturen sorgen für eine – vielleicht sogar demokratischere – Verbreitung?

Kulturinstitutionen definieren sich in der Regel über Ihren Bestand (Museen, Archive, Bibliotheken) oder über andere kulturelle Inhalte (Theater, Opernhäuser etc.) Kann es aber Kulturvermittler geben, die selber ohne diese Anbindung existieren und deren Basis letzte nur ein Thema z.B. „Oper online“ ist?

Ich freue mich sehr auf Eure Diskussionsbeiträge

Christoph Deeg

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2 Kommentare

  1. Lieber Christoph Deeg

    Da ich jetzt gerade über einen Beitrag in einem anderen Blog gestolpert bin, wo sich eigentlich genau dieselbe Frage für die Vermittlung in der „realen“ Welt stellt, möchte ich diesen Part kurz verlinken:
    „…warum es für die Weiterentwicklung der Kunstvermittlung der Autonomie der Institution bedarf? Was ist in Instituitionen wie Museen oder Galerien für eine Weiterentwicklung hinderlich? Gäbe es nicht auch Möglichkeiten hier Laborsituationen zu schaffen? Welche Vorausssetzungen sind dafür notwendig?“ (Elisabeth Ihrenberger: http://www.kultur-vermittlung.ch/debatte/details/news/labor-kunstvermittlung.html#position1). Um das Schaffen von solchen Laborsituationen geht es doch ebenso auch im digitalen Bereich, wobei – oder vielleicht auch weil – sich dort die „VermittlerInnen“ und diejenigen an die vermittelt werden soll, viel selbstverständlicher treffen und sich gegenseitig „ersetzen“, resp. die Definitionsgrenzen verschwimmen? Das heisst, vielleicht liegt ja gerade darin das Interessante, dass Kunst- und Kulturvermittlung im Netz nur noch einen institutionellen Erstimpuls braucht (vielleicht auch irgendwann nicht mehr), um Vermittlen und vermittelt werden sowie Produktion und Konsum zusammenzubringen und sich dann überflüssig macht?

    Herzlich

    Bettina Riedrich

    Antwort
  1. Macht das Internet Kulturvermittlung überflüssig? « Das Kulturmanagement Blog

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